Jobs ohne Ausbildung

Jobs ohne Ausbildung

Zugegeben, viele Arbeitgeber verdrehen die Augen, wenn ein Bewerber preisgibt, dass er keine abgeschlossene Ausbildung vorweisen kann. Und eine Absage mit den Worten „machen Sie erstmal eine Ausbildung“, nicht als demütigend aufzufassen, fällt ziemlich schwer. Natürlich ist es, gerade in der heutigen Berufswelt, von Vorteil, eine abgeschlossene Ausbildung zu haben. Und man sollte sicherlich alle Anstrengungen auf sich nehmen, um eine gute Lehre absolvieren zu können. Doch im Leben läuft nicht immer alles glatt. Manchmal kommt es eben anders. Warum das so ist, spielt auch keine Rolle. Wichtig ist es, sich auch durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen. Es gibt auch gut bezahlte Jobs ohne Ausbildung. Die Kunst besteht darin, den Richtigen zu finden.

Passen Sie auf „No-Go“-Jobs auf

Auch, wenn in einer leistungsbezogenen Arbeitswelt, wie der Unseren, eine Ausbildung über allem steht, sind Sie und Ihre Arbeitskraft nicht weniger wert, als die Anderer. Sicherlich können Sie ohne Ausbildung viel machen – allerdings müssen Sie auch nicht alles machen. Jobs, die sich beispielsweise am Rande der Legalität bewegen, sollten Sie tunlichst meiden. Seien Sie immer dann vorsichtig, wenn Ihnen „fantastische“ Summen und zahlreiche Benefits als Startgehalt angeboten werden. Wenn es solche Jobs wirklich geben würde, dann würde sie jeder machen.
Halten Sie sich bitte auch erst einmal von den Angeboten fern, bei denen Sie Geld vorab investieren müssen. Eine wirklich gute Beschäftigung zeichnet sich dadurch aus, dass Arbeitskraft mit Gehalt vergütet wird. Einem Job, der sowohl Ihre Arbeitskraft, als auch Ihr Geld einfordert, sollte immer mit Skepsis begegnet werden.

Nutzen Sie ihre Ressourcen richtig

Ehe Sie sich nun auf die Suche nach einem gut bezahlten Job ohne Ausbildung machen, sollten Sie sich über ein paar Dinge im Klaren sein.

  • Wo sind Ihre Stärken
  • Was machen Sie gerne
  • Worin kennen Sie sich richtig gut aus
  • Worin bestehen Ihre Interessen
  • Welche Erfahrungen haben Sie vielleicht schon gemacht

Vor allem der letzte Punkt kann Ihnen viele Türen auf dem Arbeitsmarkt öffnen. In vielen Branchen werden neben Fachkräfte auch Hilfskräfte gesucht und nicht wenige Personalentscheider setzen dabei auf Erfahrung. Ferner sollten Sie eine große Palette an positiv besetzten Eigenschaften mitbringen.

  • Teamfähigkeit
  • Flexibilität
  • Zuverlässigkeit
  • Pünktlichkeit
  • Lernbereitschaft
  • Engagement
  • Motivation

Von großer Bedeutung ist es, sich dieser Eigenschaften bewusst zu sein und, was häufig schwieriger fällt, sich mit diesen Eigenschaften selbst anzupreisen. Überlegen Sie, in welchen Situationen Sie mit diesen Eigenschaften „geglänzt“ haben. Sicherlich kommt da einiges zusammen. Warum also nicht davon berichten? In gleicher Weise sollten Sie sich jedoch auch Ihrer Schwächen und Grenzen bewusst sein. Das ist kein Nachteil. Wer seine Defizite kennt und gleichzeitig die Bereitschaft zeigt, an diesen zu arbeiten, wird gute Aussichten haben, sich in seinem Job zu etablieren.

Neben Ihren persönlichen, sollten wir eine weitere wichtige Ressource betrachten. Den Arbeitsmarkt selbst.

Verlauf der Arbeitslosigkeit in Deutschland in Millionen

Die Zeiten, in denen in Deutschland 4 bis 5 Millionen Menschen ohne Arbeit waren sind, zum Glück, längst vorbei. Die Ursachen sind vielfältig, zum Teil diskussionswürdig, sollen jedoch hier nicht näher erörtert werden. Wichtig ist, welche Vorteile sich daraus für Arbeitskräfte ohne Ausbildung ergeben. Hier treffen wir auf Begriffe, wie Angebot und Nachfrage. Dessen sollten Sie sich bei der Suche nach einem gut bezahlten Job ohne Ausbildung bewusst sein.

Branchen, die vollkommen überlaufen sind, eignen sich logischerweise weniger, um einen Job ohne Ausbildung zu finden. Daher sollten Sie sich auf die Branchen konzentrieren, die einerseits „boomen“, denen andererseits jedoch die Arbeitskräfte fehlen.

Gemeldete Arbeitsstellen August 2017

Die obige Grafik bietet eine Übersicht über die Branchen, die im Monat August die meisten freien Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet haben. Gerade in diesen Branchen sollte es Ihnen leichter fallen, einen gut bezahlten Job ohne Ausbildung zu finden.

So finden Sie Ihren Job ohne Ausbildung

Ans Eingemachte! Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen einen gut bezahlten Job ohne Ausbildung zu bekommen.

Die Bewerbung

Ihre Bewerbung ist quasi Ihre Visitenkarte, die Sie Ihrem möglichen neuen Arbeitgeber zur Verfügung stellen. Neben Ihrer Motivation für die Bewerbung, sollte das Anschreiben auch immer Ihre fachliche Qualifikation enthalten. Das ist ohne Ausbildung nicht immer so einfach, aber kein Hindernis. Berufen Sie sich auf Ihre persönlichen Stärken und Ihre positiven Eigenschaften (s.o.). Sie dürfen ruhig etwas übertreiben, jedoch keine Unwahrheiten anführen.

Bewerben Sie sich auf eine Stellenanzeige, so können Sie dieser konkrete Hinweise bezüglich der verlangten Eigenschaften entnehmen und sich in Ihrem Schreiben darauf beziehen. Bewerben Sie sich initiativ, dann empfiehlt es sich im Vorfeld so viele Informationen über das Unternehmen zu sammeln, wie möglich. Auch das sogenannte „Vitamin B“ kann und sollte hier nicht schaden. Kennen Sie jemanden, der bereits im Unternehmen arbeitet, können Sie diesen gezielt nach den verlangten Eigenschaften befragen.

Teil einer guten Bewerbung ist stets der Lebenslauf. Achten Sie unbedingt darauf, dass dieser lückenlos ist und alle relevanten Daten beinhaltet. Hier zählen ausschließlich Fakten. Sie dürfen nichts weglassen und vor allem nichts hinzufügen, was nicht der Wahrheit entspricht. Vermeiden Sie negative Formulierungen. So schreiben Sie bitte nicht, dass Sie von August bis Oktober „arbeitslos“ waren. Verwenden Sie stattdessen den Begriff „arbeitssuchend.“ Das zeigt, dass Sie in der Zeit aktiv waren und sich um Arbeit bemüht haben.

Ist der Lebenslauf fertig geschrieben, so begeben Sie sich auf die Suche nach möglichen Schwachpunkten, auf die Sie Ihr möglicher Arbeitgeber ansprechen könnte. Überlegen Sie genau, wie Sie diese Schwachpunkte erklären, wenn Sie darauf angesprochen werden. Hier kann eine gewisse Kreativität nicht schaden, doch bleiben Sie bitte bei der Wahrheit. Arbeitgeber werden Ihre Offenheit schätzen, wenn sie erkennen, dass Sie es ernst meinen.

Achten Sie bitte bei Anschreiben und Lebenslauf auf eine korrekte Rechtschreibung! Dies gilt auch und ganz besonders für Namen von Firmen und Personen. Hier lieber einmal zu viel nachkontrollieren, als zu wenig.

Wenn sich Ihnen die Möglichkeit bietet, sollten Sie Ihre Bewerbung immer persönlich einreichen. Doch auch eine Bewerbung per Post oder Email ist nicht von Nachteil. Allerdings kann die persönliche Begegnung mit dem zukünftigen Arbeitgeber von Vorteil sein. Seien Sie dabei höflich und zurückhaltend. Ggfs. entschuldigen Sie sich dafür, in den „laufenden“ Betrieb hereinzuplatzen. Wenn Sie merken, dass im Betrieb gerade Stress herrscht, ziehen Sie sich dezent zurück. Vielleicht haben Sie aber auch schon die Möglichkeit zu einem ersten kurzen Gespräch. Schaden kann`s nicht.

Das Vorstellungsgespräch

Es versteht sich von selbst, dass Sie sich hier von Ihrer allerbesten Seite zeigen müssen. Auch, wenn es nicht alle Arbeitgeber zugeben mögen: Optik spielt immer eine Rolle! Also, putzen Sie sich fein raus? Nein. Sie passen Sich optisch der Stelle ein wenig an. Um es übertrieben zu erklären: Für eine Hilfstätigkeit in einer Schlachterei brauchen Sie sich nicht im Frack zu kleiden. Wichtig ist, dass sie gepflegte und intakte Kleidung tragen. Natürlich sollte auch die Körperhygiene stimmig sein.

Nach der ersten Inaugenscheinnahme erfolgt meist der Händedruck. Achten Sie darauf, dass Ihre Hand nicht stark verschwitzt ist. Wieviel Kraft Sie in den Händedruck legen, hängt zum einen von Ihrem Gegenüber, und zum anderen von der Branche ab. Ein Hufschmied wird möglicherweise anders „zudrücken“, als eine Floristin. Doch machen Sie sich nicht allzu viele Gedanken darum. Lediglich ein Händedruck, bei dem Ihr Gegenüber den Eindruck hat, einen toten Fisch in der Hand zu halten, wird in schlechter Erinnerung bleiben. Am Ende wird dies nicht ausschlaggebend dafür sein, ob Sie die Stelle bekommen.

Im konkreten Gespräch wird man sich immer auf Ihre Bewerbung beziehen. Allein deshalb, sollten Sie Ihren Lebenslauf auswendig kennen und nicht erst lange überlegen müssen, wenn Sie nach einzelnen Aspekten befragt werden. Eine gute Vorbereitung ist hier Gold wert. Wie schon erwähnt, sollten Sie eine gute Erklärung für etwaige Schwachpunkte bereithalten. Während des Gesprächs sollten Sie Blickkontakt halten und eine entspannte Körperhaltung einnehmen, ohne zu lässig zu wirken. Trainieren Sie das bereits zu Hause und überlegen Sie sich, was Sie mit Ihren Händen machen. Eine gewisse Nervosität ist ganz normal. Atmen Sie daher tief und ruhig, ehe Sie reden. Antworten Sie nicht zu schnell. Haben Sie eine Frage nicht richtig verstanden, haken Sie ruhig nach. Sprechen Sie möglichst langsam, ruhig und deutlich.

Das Ziel eines Vorstellungsgesprächs ist es, den Job zu bekommen. Nur selten erhält man eine direkte Zu- oder Absage. Um jedoch schonmal einen „Fuß in die Tür“ zu bekommen, können Sie anbieten, ein Probetag bzw. ein Praktikum zu absolvieren, bei dem sich beide Seiten besser kennenlernen können. Achten Sie darauf, dass eine mögliche Vereinbarung fair gestaltet wird. Wenn Sie in dem umworbenen Job bereits Erfahrungen gesammelt haben, sollten ein bis zwei Probetage ausreichen.

Falls Sie Branchen- und/oder Tätigkeitsfremd sind, sollten Sie ein längeres Praktikum in Kauf nehmen. Schließlich müssen Sie beweisen, dass Sie sich die Tätigkeit aneignen können. Gleichfalls müssen Sie herausfinden, ob der Job für Sie der Richtige ist. Achten Sie in Ihrem eigenen Interesse darauf, dass Sie nicht für längere Zeit ohne jegliche Vergütung arbeiten. Hier sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine ganz klare Verabredung treffen. In den meisten Fällen sollten ein bis zwei Wochen völlig ausreichend sein, damit beide Seiten einen Eindruck voneinander gewinnen.
Sind beide Seiten einander überzeugt, so steht einem Arbeitsvertrag nichts mehr im Wege.

Jobs ohne Ausbildung – das Fazit

  • Gut bezahlte Jobs ohne Ausbildung sind keine Utopie
  • Nicht alle Branchen sind geeignet
  • Nehmen Sie nicht jeden Job – Illegale Jobs sind tabu
  • Vertrauen Sie bei fantastischen Stellenanzeigen auf Ihren natürlichen Menschenverstand
  • Gleichen Sie Defizite in Fachkenntnissen durch persönliche Stärken aus
  • Kennen Sie Ihre Schwächen und Grenzen und zeigen Sie Ihre Bereitschaft an Ihnen zu arbeiten
  • Ergreifen Sie die Initiative
  • Überprüfen Sie Ihre(n) Bewerbung/Lebenslauf auf Schwachstellen
  • Seien Sie in Vorstellungsgesprächen sachlich und authentisch
  • Bieten Sie an „auf Probe“ zu arbeiten

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